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„Wir sollten alles daran setzen, diese 7500 rechtsradikalen Blinden aufzuklären.

11. Juli 2011

Wir sollten alles daran setzen, diese 7500 rechtsradikalen Blinden aufzuklären…

Hallo Lupo, vielen, vielen Dank für deine klaren Worte und die unermüdliche Arbeit. Da du unheimlich viel Zeit in diese Arbeit investieren kannst, nehme ich an, dass du deinen Lebensunterhalt schon in trockenen Tüchern hast. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass du dich vom sozio(semi)faschistischen (A)Sozialsystem aushalten lässt. Herzlichen Glückwunsch!

Bezüglich deiner Hoffnung, bzw. deines Wunsches:

Wir sollten alles daran setzen, diese 7500 rechtsradikalen Blinden aufzuklären, die sich jährlich zur Wehrmacht melden wollen, dann hätte der Spuk vielleicht bald ein Ende…“ habe ich allerdings leider keine Hoffnung. Ich will dir auch sagen warum.

Mein Großvater hat den 1. Weltkrieg vor Verdun überlebt. Als mein Vater dann im 2. WK zuerst zum „Arbeitsdienst“ und dann 1940 zur „Wehrmacht“ eingezogen wurde, war er bereits so gehirngewaschen durch die allgegenwärtige Propaganda (die wohl nicht weniger effektiv war als heute, nehme ich mal an), dass er – hat er mir gegenüber klar zugegeben – regelrecht begeistert war und natürlich überzeugt davon, den bösen Bolschewiken Einhalt gebieten zu müssen. Mein Großvater war aber offensichtlich durch seinen heldenhaften Erfahrungen vor Verdun geheilt worden, als er meinem Vater auf seine pathetischen Worte „Vater, wo ein Deutscher Soldat steht, kann kein anderer Soldat mehr stehen!“ milde lächelnd antwortete: „Sie werden Dir schneller den Arsch versohlen als du schauen kannst und bald wirst du im Dreck kriechen und nach deiner Mutter rufen vor Angst!“. Mein Großvater hatte seine Lektion gelernt, weil er Hunger und Schmerz am eigenen Leib erfahren hatte und offensichtlich, weil er nicht ganz blöd war. Auch mein Vater hatte seine Lektion gelernt, hatte seine Heimat verloren und war im Krieg verwundet worden, aber eben auch erst hinterher, als alles zu spät war. Nur wenige hatten vorher erkannt, wie sehr sie missbraucht und verarscht worden waren. Was ist aber heute anders? Ich fürchte, heute ist es noch schlimmer, weil die Erinnerung an Tod und Elend, der immer wieder von den Psychopathen über die Völker gebracht wird, in unserer westlich dekadenten Welt schon so verblasst ist. Die Idioten, die sich freiwillig zum Militär melden, halten das für ein cooles Videospiel. Die Lektion werden die meisten auch erst dann lernen, wenn es wieder einmal zu spät ist. Um aus der Geschichte lernen zu können, muss man sie schließlich erst einmal kennen.
Meine Kinder habe ich jedenfalls, hoffentlich, soweit erzogen, dass sie die Propaganda erkennen und sich nicht verführen lassen.
Keep up the good work, Lupo.
Alles gute und, bevor ich vergesse, gute Besserung und viel Erfolg bei deinem Kampf gegen den Krebs!

——————

Der Kampf gegen den Krebs ist leider verloren, sagt Maria Lourdes und bedankt sich bei Bernd mit Helgas Worten: Lieber Bernd ,Ihre Worte und ihre Erzaehlung haben mich tief beruehrt . LG Helga

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From → Lupo Cattivo

3 Kommentare
  1. Zu meiner Zeit war für die Verweigerung des Kriegsdienstes u.U. noch ein Gerichtsverfahren notwendig. Doch damals wie heute gab und gibt es Leute, die Krieg für ein überlebensnotwendigs Übel halten. Um so wichtiger ist es, dass wir unseren Kindern beibringen, die offziellen Wahrheiten zu hinterfragen.

  2. Das war sicher keiner meiner qualiziertesten Kommentare – ich hab ja nichtmal Kinder. Aber ich hab Maria Lourdes was versprochen.

  3. Dorian Gray permalink

    Moin,
    ich muß gestehen, ich war beim Bund. Heißt nicht, daß ich stolz drauf bin. Ich sehe mir nur Dinge gerne an und bilde mir ein eigenes Urteil als das, was andere mir erzählen, was ich glauben soll. Ich gehe eben gerne den Dingen auf den Grund. Gut, meine Meinung hab ich jetzt- und ein Spleen dazu für´s Leben. Hab es auch nicht lange ausgehalten. Nach sechs Monaten war ich KzH bis Dze. Also, Krank zu Hause bis Dienstzeitende. Was hab ich gelernt. Man kann die Blinden nicht aufklären. Was glaubt Ihr denn? Irgend ein normaler Mensch mit gesundem Geist würde zur Marine Infanterie gehen??? Zur Erinnerung, Das waren die Typen, die in der Normandie gelandet sind. Ohne Deckung, wie Tontauben. Und die finden das Geil! Die Typen glauben auch, Fleisch kommt vom Supermarkt. Denen, kann man nichts erklären. Ich war (nur) Kampftipse, also Geschäftszimmer.
    Nein also, man kann sie nicht aufklären. Die denken nicht für´n Groschen von A nach B. Saufen, fi***, Playstation, Autos… Die Freiwilligen halt, wie ich sie kennengelernt hab. Ach, und rumballern.

    Fazit: Wer weis wie es ist, eine Wumme am Kopf zu haben und mit seinem Leben abzuschließen, der weis, das sterben mit Sicherheit nichts heldenhaftes an sich hat.

    Na ja, bis denne, Micha

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