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Die Banken Russlands

2. August 2011

Banksystem der Russischen Foederation

Das heutige Banksystem der Russischen Föderation existiert seit August 1988, als die erste Geschäftsbank registriert wurde. Besonders stürmisch dank der Kommerzialisierung von Staatsbanken und der Entstehung neuer privaten Banken war die Bildung von den nichtstaatlichen Finanz- und Kreditstrukturen in der zweiten Hälfte 1991.

Jetzt werden die gesamten Aktiven der Banken Russlands auf 80 Mrd. US-Dollar geschätzt (laut Angaben der Zentralbank Russlands, am 1. März 2001 waren es 2.531,6 Mrd. Rubel). Besonders hoch sind die Aktiven der Kreditgeschäfte – sie machen insgesamt 40,5 Prozent der Aktiven aus. Der Umsatz der Kredite für den realen Wirtschaftssektor betrug am 1. März 2001 817,8 Mrd. Rubel. Der Anteil der Kredite des Banksektors machte 11,8 Prozent aus. Die Wertpapieranlagen stellen 19,0 Prozent der Gesamtaktiven im Banksektor dar.

Die gesamten Mitteln der Kreditorganisationen betrugen am 1. März 2001 309,3 Mrd. Rubel und machten 12,2 Prozent der Gesamtaktiven im Banksektor des Landes aus.

Am 1. Oktober 2001 arbeiteten in Russland 1.322 Kreditorganisationen. Die grössten Banken befanden sich in Moskau und St. Petersburg.

Organisation des Banksystems der Russischen Föderation

Das Banksystem Russlands zeichnet sich durch eine zweistufige Struktur aus. Die erste Stufe besteht aus den Staatsbanken und Banken, wo der Staat über Aktienposten verfügt bzw. ein Kontrollpaket von den Aktien oder eine Aktienmehrheit hat. Zur zweiten Stufe gehören private Geschäftsbanken, wo der Anteil des Staates entweder kleiner als das Kontrollpaket ist oder überhaupt fehlt.

Der Staat nimmt an den Banken durch die Zentralbank Russlands, die Stiftung für föderales Eingentum Russlands und durch andere staatlichen Strukturen und Unternehmen, Organe der örtlichen Selbstverwaltung und die von ihnen eingerichteten Wirtschaftssubjekte teil.

Im Oktober 2001 gab es insgesamt 679 Banken mit staatlicher Beteiligung, in 62 davon hatte der Staat eine Aktienmehrheit, in 80 – Aktienkontrollpakete. Es waren hauptsächlich die kleinen Banken, die keinen spürbaren Einfluss auf die Gestaltung des Marktes ausübten. Die Tatsache, dass der Staat Anteile daran hat, spielt eher einen nominalen Charakter und beeinflusst fast gar nicht die Ausrichtung ihrer Aktivitäten.

Es sind insgesamt weniger als zwei Prozent der Landesbanken, wo der Staat über eine Aktienmehrheit verfügt. Dazu gehören aber auch einige der grössten Banken Russlands, vor allem die Sberbank der Russischen Föderation und die Vneshtorgbank, die eine überaus wichtige Rolle auf dem Markt der Bankdienstleistungen spielen. Diese Banken besitzen insgesamt 35 Prozent der Gesamtaktiven des Banksystems in Russland und 34 Prozent des Bankkapitals.

Die Grundlage für das gesamte Banksystem bildet die Zentralbank der Russischen Föderation (ZB der RF). Das ist die einzige Bank im Lande, die über das Recht der Geldemission und der Geldumlaufsregelung, sowie das Recht der Geschäftsbankenaktivitätenregelung und Aufsicht aufgrund des Gesetzes über die Banken und das Bankgewerbe verfügt.

Die ZB der RF besitzt Aktienmehrheiten in den landesgrössten Geldinstituten, der Sberbank der RF und der Vneschtorgbank. Durch diese Banken kontrolliert die ZB der RF etwa 30 Prozent gesamter Aktiven des Banksystems Russlands. Die Sberbank verfügt dazu über etwa drei Viertel aller Bankeinlagen der Landesbevölkerung, was fast 400 Mrd. Rubel ausmacht.

Eine weitere grosse Staatsbank ist die Vneschekonombank (VEB), die hauptsächlich die Auslandsschulden der ehemaligen UdSSR bedient und als finanzieller Vertreter der Regierung Russlands auftritt. Zur Zeit wird das Schema der Reorganisierung der VEB ausgearbeitet.

Einen besonderen Platz nehmen im Banksystem Russlands seine Auslandsbanken (Rossagranbanken) ein, nämlich die Eurobank (Paris), die Moskauer Volksbank (Moskowskij Narodnyj Bank Ltd.) (London), die Ost-West Handelsbank (Frankfurt a. M.), die East-West United Bank (Luxemburg) und die Donau-Bank (Wien). Die Aktien der letzten drei Banken sind derzeit von der ZB der RF gekauft und gehören der Vneschtorgbank (VTB). Aber da die ZB der RF nach wie vor über die Aktienmehrheit in der VTB verfügt, behalten die Banken ihren staatlichen Status weiterhin bei.

Eine besondere Gruppe der Banken, die von den Staatsstrukturen kontrolliert werden, bilden Banken, die der örtlichen Verwaltung gehören. Bsw. gehören zu dieser Gruppen die grössten Banken Russlands, die Bank von Moskau und die Baschkreditbank, die jeweils die Budgets von der russischen Hauptstadt und der Republik Baschkortostan bedienen.

Die zweite Stufe der Struktur von dem Banksystem Russlands bilden die Kredit- und Finanzorganisationen, wo die Beteiligung des Staates unbedeutend ist oder fehlt. Dazu zählt man branchenbezogene Geschäftsbanken, Banken von Grossunternehmen, Bankengruppen, die zu den leistungsfähigen branchenübergreifenden Holdings und anderen Vereinigungen mit diversifizierten Geschäftsaktivitäten gehören, sowie die mittleren und kleinen Banken, die konkrete Betriebe bedienen.

Als Beispiel für eine branchenbezogene Geschäftsbank kann man die Gasprombank, die der Gasprom AG gehört, die Konversbank, die das Ministerium für Atomenergie der Russischen Föderation sowie die Betriebe der Atombranche bedient, und die Rosselchosbank, die den Agrarindustriekomplex finanziert, anzuführen.

Mit der finanziellen Betreuung der grossen Holdings spezialisieren sich insbesonders solche Banken wie „MENATEP-Spb“ (bedient das Rosprom-Holding und das Erdölunternehmen JUKOS), ROSBANK (bedient das Interros-Holding), Alfa-Bank (betreut die Alfa-Group), MDM-Bank (bedient die „Gruppe MDM“). Das sind hauptsächlich grosse Universalbanken mit einem stark diversifizierten Kreditportfolio.

Unterschiedliche staatliche und nichtstaatliche Einrichtungen üben die Aufsicht über die Tätigleit der Banken aus. Die ZB der RF trägt die Hauplast dieser Arbeit seitens des Staates. An der Kontrolle über das Banksystem Russlands beteiligen sich in den von der Gesetzgebung festgelegten Rahmen auch das Ministerium der Finanzen der Russischen Föderation, das Innenministerium, der Föderale Sicherheitsdienst (FSB) sowie andere Machtsorgane. Zu den nichtstaatlichen Kontrollorganen der Bankaktivitäten gehören die Consulting- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Massenmedien, die Bonitätsbewertungen und Reporting-Ergebnisse der Kreditorganisationen veröffentlichen.

Entwicklung der Banken in der Russischen Föderation

In den letzten Jahren vergrösserte eine Reihe von den grossen Privatbanken das Volumen der von den Betrieben und Organisationen aufgenommenen Geldmitteln sowie die Ausmasse der gewährten Kredite. Die Aktiven von der Alfa-Bank nahmen bsw. seit dem Beginn des Jahres 2000 um das 3fache zu, die Aktiven der Rosbank – um das 3fache und die Aktiven der Treuhand- und Investitionsbank – um mehr als das 7fache.

Mittlere und kleine Banken spielen gegenwärtig eine immer grössere Rolle in der Wirtschaft Russlands. Ihre Anzahl ist in den letzten Jahren im Vergleich zur Mitte der 90-er Jahre wesentlich zurückgegangen. Die Gründung eigener Banken verspricht den Betrieben immer kleinere Gewinne, deswegen ziehen sie es vor, Dienstleistungen der schon existierenden grossen Geschäftsbanken in Anspruch zu nehmen. Als Beispiel der betriebseigenen Bank kann die AvtoVAZ-Bank angeführt werden, die den Automobilkonzern AvtoVAZ bedient.

Die Bankenvereinigungen spielen in den letzten Jahren eine ständig wachsende Rolle im Banksystem Russlands. Sie werden mit dem Zweck der Erreichung einer wirksamen Tätigkeit der Finanz- und Kreditorganisationen, einer Interbanken-Kooperation sowie der Interessenvertretung der Bankgemeinschaft auf verschiedenen Ebenen gegründet. Zu den führenden Vereinigungen gehören die Bankenassoziation Russlands, Bankenassoziation des zentralen Russlands, Interbanken-Finanz-Haus u.a.

Bankengruppen im Banksystem der Russischen Föderation

Man unterscheidet im Banksystem Russlands fünf Gruppen der Banken. Das sind Kreditbanken, Clearingbanken, Markt-Banken, „Banken-für-Banken“ und Retail-Banken. Diese Einteilung ist nicht offiziell, aber jede dieser Gruppen hat eigene Merkmale in der Kapitalstruktur und in der Aktivitätenausrichtung, die sie von den anderen unterscheiden.

In den Kreditbanken macht der Aktivenanteil der kommerziellen Kredite über 60 Prozent aus, in der Passiva übersteigen die Kundenmitteln 50 Prozent. Als relativ grosse Banken dieser Gruppe gelten Promswjasbank, Promtorgbank, Baschkreditbank, Baltijskij Bank, Bank „Wosroschdenije“.

Die Clearingbanken beschäftigen sich hauptsächlich mit den Verrechnungs- und Kassengeschäften ihrer Kunden. In den Aktiven überwiegen die Saldobeträge auf Korrespondenzkonten der ZB der RF und grosser ausländischen Banken (über 50 Prozent). In der Passiva dominieren die Restbeträge auf Verrechnungskonten der Kunden (über 70 Prozent). Als Beispiel von Clearingbanken kann man die Surgutneftegasbank, Bank von Chanty-Mansijsk, Tscherepowezkij Metallurgitscheskij Kommertscheskij Bank (Clearingbank der Sewerstal AG) und Krasbank anführen. In der Regel sind es Banken für einen Kunden oder für eine einzelne branchenbezogene Gruppe von Kunden.

Die Markt-Banken handeln auf den Wertpapiermärkten. Sie machen praktisch keine Kreditgeschäfte. In der Passiva herrschen die Eigenmitteln. Zu diesen Banken gehören die Russisch-Deutsche Handelsbank, Roseximbank, „Sovfintrade“ und die National Reserve Bank.

Die „Banken-für-Banken“ beschäftigen sich mit den Operationen auf dem Bankenmarkt sowie Verrechnungsoperationen über Korrespondenzkonten, die den Hauptteil sowohl der Aktiva, als auch der Passiva bilden. Den bedeutenden Teil derartiger Kreditorganisationen bilden die ausländischen Tochterbanken wie Iktisat Bank (Moskau), Bank Credit Swiss First Boston AG (Moskau), BNP Dresdner Bank, oder auch die rein russischen Banken wie bsw. „Globex“ und „Visavis“.

Die Retail-Banken haben eine diversifizierte Aktiva-Struktur und gehören eigentlich zu den Unversalbanken, die eine breite Dienstleistungspalette offerieren. Dazu gehören solche Banken wie „Avangarde“, Promstroybank in St. Petersburg, „MENATEP-Spb.“u. a.

Quelle: RussiaToday

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