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Aufruhr und Protest in Griechenland – die „Mutter aller Streiks“ in Athen

19. Oktober 2011

Seit heute Morgen läuft der griechische Generalstreik — 48h soll er mindestens dauern — wilde Streiks und Besetzungen laufen schon seit einigen Tagen — bis zum jetzigen Zeitpunkt schon mindestens 80 000 Menschen in Athen auf den Demos –

Papandreou sieht Griechenland im „Kriegszustand“ und warnt vor einer „Zersetzung“.

Wurden die bisherigen Generalstreiks im Kontext der Schuldenkrise Griechenlands auf 24h begrenzt und auch nicht immer von allen großen Gewerkschaften mitgetragen, so sollen die kommenden 48h laut http://www.keeptalkinggreece.com zur „Mutter aller Streiks“ werden. Die Polizei und auch die Demonstranten bereiten sich seit dem Morgen auf eine größere Auseinandersetzung vor. Die beiden U-Bahn Stationen am Syntagma-Platz (Syntagma und Evangelismos; beim Parlament) wurden angesichts der erwarteten Menschenmassen von der Polizei geschlossen, Plexiglas- und Eisenzäune sollen die Menschen davon abhalten direkt vor das Parlament zu gelangen. Die beiden größten Gewerkschaften sowie zahlreiche kleinere haben zu Demonstrationen im ganzen Land aufgerufen.

Derweil versucht der sozialistischen Ministerpräsident Papandreou verzweifelt eine „Regierung der nationalen Einheit“ für die neuen, heftig umstrittenen, massiven Kürzungen (-20% Lohn)und Massenentlassungen (30 000) im öffentlichen Dienst einzuberufen. Die Konservativen der Partei „Nea Dimokratia“ streuben sich aber dagegen und werden bei der Abstimmung im Parlament wahrscheinlich dagegen stimmen. Absurde Rollenverteilen im politischen System Griechenlands also: Die „Sozialisten“ in der Regierungsverantwortung bringen immer neue Sparpakete mit drastischen Konsequenzen für die Menschen auf den Weg – die „Konservativen“ gefallen sich in der Oppositionsrolle und wollen den öffentlichen Sektor nicht so stark beschneiden. Das verschreckt natürlich viele potentielle Wähler, da sich die Parteien entgegen ihrer politischen Heimat verhalten, zusammen kommen sie laut Umfragen gerade mal auf ca. 40% der Wählerstimmen.

Nachdem die Müllabfuhr schon seit 2 Wochen im Streik ist, stapeln sich die Müllsäcke in den Straßen. Die Eingänge vieler Regierungsgebäude sind schon seit gestern von Demonstranten besetzt, ein Journalist beschwerte sich, dass ein Interview mit einem Minister in einem Stadtpark stattfinden musste. In Piräus verriegeln Hafenarbeiter die Zufahrten zu den Fähren mit dicken Ketten und in Thessaloniki sind auch schon min. 40 000 Demonstranten unterwegs. Das ist nur der Anfang: Banken, Flughäfen, Taxis, Eisenbahnen, Apotheken, Tankstellen, Bäckereien – nichts geht mehr. So wächst der Druck auf die Politik nicht nur auf der Straße, sondern auch im öffentlichen und privaten Sektor.

Aktuelle Updates ( http://www.occupiedlondon.org/blog/2011/10/19/live-updates-from-the-general-strike-day-one-october-19/;  http://www.keeptalkinggreece.com/2011/10/19/athens-protests-live-blogging-in-e-oct-19-2011/):

  • – In Kaisariani (Vorort in Athen) griffen ca. 100 Personen die berüchtigte “Delta”-Motorradeinheit der Polizei an, min. 1 verletzter Polizist. Außerdem wurden Ladenbesitzer von ihnen bedroht und einzelne Scheiben eingeschmissen, so dass diese Läden schließen mussten-
  • – In der Athener Innenstadt gab es erste Auseinandersetzungen mit der Bereitschaftspolizei, es flogen Steine und Stühle von der einen und Schockgranaten/Tränengas von der anderen.
  • – Auf dem Syntagma-Platz haben sich zum jetzigen Zeitpunkt (13 Uhr)mindestens 80 000 Menschen versammelt. Demo steht aufgrund der großen Menschenmassen.
  • – An der physischen Blockade (Plexiglas und Metallzäune) in der Nähe des Parlaments wurde Tränengas eingesetzt, um eine Stürmung zu verhindern.
  • – Am Ende der Demonstration beim Polytechnikum gibt es auch erste Auseinandersetzungen (Die Regierung versucht das sog. „Uni-Asyl“ abzuschaffen, Studenten haben zahlreiche Unis besetzt)
  • – Auf  http://www.star.gr/ellada_kosmos/112113#.Tp6jMpHKSWY.twitter gibt es einen Livestream vom Syntagma-Platz

Europa vor dem Crash

Europa steht vor dem Zusammenbruch. Die ersten Vorboten haben sich bereits gezeigt. Wer hätte vor einem Jahr an einen Staatsbankrott von Griechenland und Irland geglaubt? Daran, dass Portugal, Spanien und sogar Großbritannien kurz davorstehen? Auch in Deutschland ist der Staatsbankrott bereits vorprogrammiert. Er ist nur noch eine Frage der Zeit.


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