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Rechtsterror bei Jauch – aufgewärmte Schocktherapie fürs Volk und nicht viel Neues

14. November 2011

Zwei Zwickauer Neonazis ermorden angeblich mehrere Türken, einen Griechen und eine Polizistin – Terror von Rechts – Deutschland im Schock.  Ein heißes Thema bei Jauch, aber dabei vor allem alt Bekanntes neu aufgewärmt.

Der Schock-Faktor im Fall der Zwickauer Terror-Gruppe ist enorm. Deutschland ist im Schockzustand und angesichts der Blutspur durch unser Land, ist das Thema heiß.

Bei Günther Jauch sollte es natürlich erst mal um den Fall gehen – und den Skandal, der sich hinter den Ermittlungserkenntnissen abzeichnet. Wie nur konnten die beiden Neonazis angeblich so lange unentdeckt morden? Wie konnten sie so lange untertauchen? Die Frage ist so naheliegend wie vergebens, denn selbstverständlich hatte keiner der Gäste Neuigkeiten zu den Terroristen von Zwickau zu berichten.

Die erste Hälfte spielten Jauch und seine Gäste ein bisschen Mord im Dunkeln. Der bayrische Innenminister Joachim Herrmann durfte als erster „seinen Senf dazugeben“, war es doch in Bayern, wo die meisten Opfer des rassistischen Mörderduos lebten. Herrmann nahm natürlich „seine Polizei“ in Schutz und verwies auf mangelnde Indizien. Wobei einem unweigerlich die leidige Geschichte eines Polizeidirektors aus Passau einfällt, der angeblich (man weiß es bis heute nicht) mit einem Lebkuchen-Messer lebensgefährlich verletzt wurde. Schnell hieß es „ein Anschlag der Neo-Nazi-Szene“. Grund hierfür, das angebliche -weil menschenverachtende- Verhalten des Polizei-Direktors bei einer Beerdigung eines Neo-Nazi. Was blieb: Die rechtsextreme Szene als Lebkuchenmesser-Attentäter. Beweise? Nein, aber … und bla.. bla.. bla… usw. usf.

Fehlen darf in einer so hochkarätigen Sendung wie bei Günther Jauch, natürlich kein Experte. Dieser Part war dem Journalisten Frank Jansen zugedacht. Der als Experte für Rechtsextremismus fungierende, enttäuschte gleich zu Beginn der Sendung: „Spekulationen, dass hinter den beiden Mördern und ihrer Komplizin ein großes Terrornetzwerk stehen würde“, verneinte der Experte. Der Brandenburgische Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg brachte das fehlende Bekennerschreiben ins Gespräch: „deshalb sei die Polizei jahrelang auf der falschen, nämlich nicht auf der rechtsextremen Fährte, unterwegs gewesen“. Komisch, heißt es doch immer so schön: es wird in alle Richtungen ermittelt, wobei dann „rechts“ keine Richtung zu sein scheint.

Grünen-Cem Özdemir gab in der vorsichtigen Raterunde den schnittigen Provokateur. Er hatte von dem aktuellen Fall zwar keine Ahnung, aber als Grüner zum Thema Rechtsextremismus natürlich eine starke Meinung: „Die deutsche Polizei verhätschele rechte Gewalttäter im Allgemeinen, ganz im Gegensatz zu den linken“. Der Applaus vom Publikum war „dem lieben Cem“ dabei sicher.

Nach einigen Argumentationsketten und Drumherum-Gerede brachte Jauch dann -weil niemand sonst ihm den Gefallen tat-  den „Verfassungsschutz als Handlanger“ ins Gespräch. Danach gab es Raum für freies Assoziieren von allerhand Naheliegendem: die rechtliche Grauzone von V-Männern, das Für und Wider eines NPD-Verbots, Holger Apfel und braune Dörfer in Meck-Pomm.

Dann holte Grünen-Cem-Özdemir noch mal zum Rundum-Schlag aus: Die NPD  ist ja vor allem im Osten Deutschlands ein Problem, dass die Rechtsextremen dort ohnehin nur aussprechen, was alle anderen dächten“. Wieder Applaus der Zuschauer, den der Grünen-Cem dann auch sichtlich genoss. Ein Ex-Nazi war auch geladen, Manuel Bauer. Er pflichtete Cem Özdemir bei: „Auch Anwälte und Lehrer gingen ja heutzutage vermummt auf die Straße, um dort ‚offen‘ ihre Meinung zu sagen.

Nicht immer klang Ex-Nazi-Bauer, als sei aus ihm inzwischen ein überzeugter Demokrat geworden.  Fast schwärmerisch sein Bericht über die Hochzeiten rechter Gewalt in den 90ern. Doch bevor es spannend, also heikel werden könnte, hat Jauch längst seine nächste Frage gestellt und die Luft war wieder raus.

Nach einer Stunde ist insgesamt alles gesagt, was über den Rechtsextremismus schon häufig gesagt worden ist. Jauch versucht gar nicht erst, den mehr oder weniger relevanten Aspekten doch noch ein Fazit, irgendeine Erkenntnis abzugewinnen. Stattdessen macht er auf den letzten Drücker noch ein Fass auf, „weil das ja auch viele Zuschauer interessiert: ob die Terror-Komplizin in den Kronzeugenstand darf.

Dann kündigt Susanne Holst sich mit den Tagesthemen an und man merkt: Günther Jauch wirkt erlöst.

Was bleibt? Das getreue Fernsehpublikum weiss jetzt wer die Morde an den „Döner-Türken“ einen Griechen und der Polizistin in Heilbronn begangen hat: „Es war der Terror von Rechts“ Was ich weiss? Das ich nichts weiss – ausser dass Neo-Nazis verdächtig sind, diese Morde begangen zu haben. Indizien sprechen dafür, aber für eine (Vor)-Verurteilung reicht dies sicher nicht aus.

Deshalb gilt auch hier, Objektivität zu wahren bis die endgültigen Beweise auf den Tisch liegen und die Verbrecher ihrer gerechten Strafe zugeführt werden. Dass der Staat diese Situation jetzt ausnutzt und die Zügel straff anziehen wird, liegt auf der Hand und wenn man  etwas Sarkasmus versprühen möchte,  könnte einem der Gedanke „das passt wie die Faust aufs Auge“ in den Sinn kommen.

Da dies dann aber wieder als „Verschwörungstheorie oder Spinnerei“ abgetan wird, lass ich es. Fakt ist und bleibt: die Verbotsverfahren der NPD  scheiterten immer wieder daran, weil es in der NPD von V-Leuten des Verfassungsschutzes nur so wimmelt!  „Ein Schelm wer Böses dabei denkt“,

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From → D(Ä)MOKRATIE

14 Kommentare
  1. Hallo Maria Lourdes,
    muss ich mir Sorgen machen? Weltkrieg.cc ist nicht erreichbar. Neue Kommentare auf der Lupo-Seite werden z.Zt. nicht eingestellt – ich hoffe, es ist alles in Ordnung?!

    • ENTWARNUNG! Weltkrieg.cc wird umgebaut und da hat der Programmierer Grippe! Die Kommentare bei Lupo sind auch freigeschaltet, mach Dir keine Sorgen, bin schon da, ich schreib da auch gleich was,

      aber und das finde ich grossartig, Ihr passt auf mich auf, das ist das schnste was man sich vorstellen kann, sagt Maria Lourdes und bedankt sich dafr herzlich!

  2. Danke Maria – da bin ich ja beruhigt! 🙂
    Liebe Grüße vom
    dorfschreiber

  3. Was grämen wir uns noch immer über dieses Links-Rechts-Gerede?
    Dieses Koordinatensystem ist bestenfalls ein antiquiertes Relikt aus der frühen Pubertät der Deutschen Demokratieübungen (Paulskirche?)

    Soweit ich abschätzen kann, geht das „Links“ zurück auf Karl Marx, das „Rechts“ auf seinen Freund und Mitherausgeber der Rheinischen Zeitung, Moses Hess. In seinem Hauptwerk „Rom und Jerusalem – die letzte Nationalitätenfrage“ hat Hess die Realisierung sozialistischer Ideen auf national-rassicher Ebene propagiert – mit dem Jüdischen Volk als Dreh- und Angelpunkt. Soweit ich mich entsinnen kann, hat er auch den Begriff „Nationalsozialismus“ geprägt. Seine Ideen sind sehr stark auch in die Entwicklung der zionistischen Idee unter Theodor Herzl eingeflossen und haben damit das mit geprägt, was wir heute als Staat Israel kennen.

    Ich vermute mal – wohlwissend riskant ins Unreine hypothetisiert – daß der „deutsche“ Nationalsozialismus ursprünglich als Antwort auf die zionistischen Bestrebungen Ende des 19.Jahrhunderts entstanden und dann in der Reaktion auf die Weimarer „Verträge“ in knallharten radikalisierten Judenhass ausgeartet (worden?) ist.

    Vor dieser Historie erscheint die aktuelle Verwendung der Links-Rechts-Skala einfach nur mehr lächerlich – aus inhaltlicher Sicht, aber nicht aus politisch-medialer Gehirnwäsche-Sicht.

    Ich würde die aktuelle Interpretation links-vs-rechts so beschreiben:
    Man ist sich einig, daß es eine ungerechte Verteilung von Reichtum und Macht in der herrschenden Gesellschaftsordnung gibt.
    Man ist sich auch einig, daß man dieses Problem auf lange Sicht fundamental, an der Wurzel, also radikal (von lat. radix = Wurzel) lösen muss – nicht nur kaschieren, z. B. durch unbezahlbare Sozialleistungen auf Pump gegen Zinsen.

    Wo besteht also der Unterschied?

    Linke Position: Das ist ein Systemproblem, es wird im kapitalistischen System immer Menschen geben, die andere ausbeuten. Also müssen wir das System ändern.

    Rechte Position: Das ist ein Problem bestimmter Gruppen – evtl. schwerpunktmäßig in bestimmten Nationen und/oder Rassen und/oder Religionen anzutreffen. Man muß also gegen diese Gruppen angehen, um das Problem zu lösen.

    Meines Erachtens ist beides die jeweils andere Seiter der Medaille „Wahrheit“.
    Es gibt ein System, das unterdrückt, und dieses wird von bestimmten Menschen ausgenutzt, die natürlich alles tun, um genau dieses System am Laufen zu halten und der Masse dessen „allseligmachende Wirkung“ (Smith’s unsichtbare Hand, die alles gut macht) vorzugaukeln.

    Also ist es ein untrennbares Henne-Ei-Problem. Die Nutznießer der Links-Rechts-Dichotomie sind die Systemgewinnler, die für sich die Mitte beanspruchen – indem sie die verlierenden Mehrheiten nach links und rechts auseinander dividieren. Divide et impera.

    Die Trennung in zutiefst verfeindete Links-Rechts-Lager mag vielleicht historische Wurzeln in Deutschland nach dem ersten Weltkrieg haben. Der Fortbestand dieser Trennung ist aber wohl eher auf eine systematische Pflege dieser Feindschaft durch die nutzniessenden Systemgewinner zu erklären. Erschwerend kommt hinzu, daß diese Nutznießer sich in ihrerer Religion / Rasse / Ethnie verstecken wie die Taliban hinter ihren „menschlichen Schutzschildern“.

    Wer beansprucht im deutschen politischen Sprektrum die Position „Mitte“?
    Wo liegen die in den aktuellen Umfragen und Wahlergebnissen?

    Das gibt Hoffnung! Viele Menschen scheinen die künstliche Trennung in „links“ und „rechts“ in den letzten Monaten zumindest intuitiv zu durchschauen. Auch wenn in der veröffentlichten Meinung diese Interpretation nicht zu hören ist. Würde mich auch wundern. Würde ja mein ganzes neues Weltbild, das wesentlich durch lupos Blog und Freunde mit geprägt wurde, in Frage stellen 😉

    Interessant auch Sarah Wagenknechts Buch „Freiheit statt Sozialismus“. Hätte ich nur den Text gelesen, ohne die Autorin, ohne deren adrettes Rosa-Luxemburg-Konterfei auf dem Einband (naja, gegen Maria’s Bild oben auf dieser Seite kommt sie natürlich nicht an 😉 ) – ich hätte das Werk glatt in der rechten Ecke verortet: ein flammendes Plädoyer gegen internationale Bankenmacht, für freies Unternehmertum in einem starken nationalen Rahmen, mit staatlich herausgegebenen Freigeld, ähnlich wie es der jüdische Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht unter Hitler mit seinen Mefo-Wechseln praktiziert hat.

    Zurück zum Thema:
    irgendwo habe ich heute den Begriff „braune Armee Fraktion“ aufgeschnappt. Besser könnte man die Seifenoper um die verkokelten Bankräuber im Wohnmobil nicht titulieren. Richtig ist, daß wir als Beobachter nicht wirklich wissen können, was passiert. Aber wenn ich wetten müßte, würde ich 5:1 drauf setzen, daß der Verfassungsschutz oder sonstige Staatsschergen da nicht nur gepennt, sondern aktiv mitgemischt haben. Genauso wie bei Mannichl, bei Breivik, bei Bubak, Rohwedder, Herhausen etc.

    „Demagnetizing“ heißt das angeblich im Insider-Slang: eine unangenehme Denkrichtung diskreditieren, indem man sie mit Verbrechern assoziiiert.

    • Richtig Wolfgang, ich bin auch Deiner Meinung, ob wir es wohl irgendwann erfahren? Da fällt mir grad ein, kennst die Szene wo der Ackermann Sepp im Fernsehen gefragt wird, was er denn von einem Schuldenschnitt für die hochverschuldete „dritte Welt“ hält? Seine Antwort darauf: „ich möchte doch nicht enden wie Herrhausen!“ Da ist schon was dran und die wissen das auch. Wer aufmuckt wird der Abteilung „Demagnetizing“ zugeführt! Dank an Dich für den Begriff, kannte den nicht!
      Die Sahra Wagenknecht hat ja jetzt mit dem Oskar eine Verbandelung. Der passende Karl Liebknecht also! Scherz am Rande!

      Gruss und danke für Dein Kompliment und Kommentar, sagt Maria Lourdes!

  4. Hallo Maria,

    zu der Frage hier “ Wie nur konnten die beiden Neonazis angeblich so lange unentdeckt morden? Wie konnten sie so lange untertauchen? Die Frage ist so naheliegend wie vergebens, denn selbstverständlich hatte keiner der Gäste Neuigkeiten zu den Terroristen von Zwickau zu berichten.“
    habe ich hier die Antwort:
    http://www.stern.de/politik/deutschland/zwickauer-terrortrio-die-braunen-suenden-des-verfassungsschutzes-1751087.html

    ofiziell quasi….
    Bin fest überzeugt das diese ganze Chause auf Konto der Geheimdienst ( oder der CIA) verbucht werden kann

    Gruß

    • Danke für den link, ich bin auch davon überzeugt, aber leider nur Bauchgefühl keine Beweise oder Quellen, mal gucken was noch alles rauskommt, sagt Maria Lourdes!

  5. Ich permalink

    Ich weiß nur, dass ich bei dieser Meldung ein seltsames Gefühl habe. Es stimmt was nicht. Vielleicht möchte man Teile der Bevölkerung radikalisieren, um die Stabilität in Deutschland zu untergraben. Moslems, bzw. Ausländer versus Rechtsextreme.

    • die Pappnasen werden schon diese Morde begangen haben , nur stellt sich die Frage wer sie manipuliert hat.
      Kleingeister zu maipulieren ist keine Kunst zumal die Manipulatoren als songenanten Gönner und Schützer aufgetreten sind…
      Fakt iste es, unseren Geheimdienst mit anderen befreundeten Geheimdienste habe in der letzten 50 Jahren ständig solche Aktionen geplannt und durch willige martionetten durchgeführt.
      Sowas nennt man Destabilisierung….

  6. Ich permalink

    Ich meine, welcher politisch denkende Attentäter bringt einfache Leute um, wie die Dönerbuden-Betreiber? Das ist unlogisch, es sei denn, man möchte möglichst viel Wut erzeugen, denn ausgerechnet der ehrlich arbeitende, angepasste Typus eines Kleinunternehmers…das ist doch das kleinste Problem, das D mit Ausländern hat. Wir haben Probleme, ja, aber so ein Ziel? Klingt sehr fragwürdig.

  7. Nonkonformer permalink

    @ich: genau, das ist sehr merkwürdig!
    Erstens müßte doch jeder wissen, daß nicht die Einwanderer, sondern unsere Politiker das Problem sind, weil sie die falschen Gesetze erlassen!
    Warum sich zwei umbringen, obwohl sie doch garnicht entdeckt worden sind, ist das erste
    Merkwürdige! Das zweite ist, daß einer von denen sich angeblich mit einem Gewehr in die
    Brust erschossen hat, sehr seltsam!
    Das dritte ist die Tatsache, daß ausgerechnet in einem Haufen Verbranntem eine unbeschädigte
    CD gefunden wird, die von den beiden garnicht selbst hergesetellt werden konnte, so ein Zufall
    aber auch. Viertens ist die bekannte Waffe „Czeska“ auch noch da, ja haben wir es mit zwei
    Vollidioten zu tun?
    Wenn da nicht ein Geheimdienst gewaltig mit verstrickt ist, freß ich einen Besen mitsamt der
    Putzfrau!

  8. @ich

    Das ist genau der Punkt, der immer dieses Bauchgrübeln verursacht.
    Die alte Frage „cui bono“ – wem nützt es?

    „Terroristen“ mögen verrückt sein, aber sie sind deswegen noch lange nicht dumm.
    Wenn also die Absicht ist, Terror = Angst zu erzeugen, würde man doch erwarten, daß sie mit vorgegebenem „Aufwand“ (z. B. einem durchgeführten Mord) möglichst viel Angst in der Bevölkerung produzieren. Und vor allen Dingen auch immer plakativ auf ihre politischen Absichten hinweisen, wie man das z.B. aus IRA- oder ETA-Zeiten in Erinnerung hat.
    Was aber „nützt“ ein Mord einem terroristischen Programm, wenn keiner was davon weiß?

    Für den frühen RAF-Terror mag das ja noch funktioniert haben. Da erinnere ich mich an Bekennerschreiben, und die Ziele waren wirklich typische „Aushängeschilder des Klassenfeindes“. Vielleicht waren aber auch nur die Drehbuchschreiber sorgfältiger.

    Aber spätestens bei Rohwedder und Herrhausen wird die Angelegenheit aus „linksterroristischer Sicht“ unlogisch.
    Warum erschießt man ausgrechnet den Banker, der der Dritten Welt die Schulden erlassen will, und den Treuhandchef, der sagt „Menschen sind mir wichtiger als Gesetze, denn Gesetze können wir ändern“.

    Leider fehlt uns als einfacher Bürger der Zugang zu den Beweisen, um unser „Bauchgefühl“ „gerichtsmassig“ zu verifizieren. Wir können also nur mit allmählichen Assoziationen unser Weltbild langsam an die Wahrheit anpassen – wie ein Bild, das schemenhaft aus dem Nebel auftaucht – oder etwas wissenschaftlicher, wie ein Hologramm, das zwar von Anfang an das ganze Bild zeigt, wenn nur kleine Teile vorhanden sind, aber mit zunehmender Vervollständigung dieses Bild immer deutlicher, schärfer, kontrastreicher zeigt.

    „Lügen haben kurze Beine“ sagt der Volksmund. Das heißt, neue Informationen passen nicht in das vorhanden Puzzle, und verursachen „kognitive Dissonanz“: das Neue wird zurückgwiesen.
    Man muß bei sich selber diesen Prozess erkennen und gelegentlich statt der neuen Information sein altes fragmentarisches Puzzle in Frage stellen.
    Seit es im Internet ein „Truther-Szene“ gibt, ist das wesentlich leichter geworden, denn es gibt ein großes Angebot an halbfertigen Puzzle-Alternativen.

    Und plötzlich machen die Nachrichten Sinn, die Welt ist nicht mehr verworren, sondern vorhersehbar. Die Puzzleteile wachsen zusammen. Man „riecht“ die Lügen in der Presse und fragt sich „was wollen sie uns denn heute wieder verkaufen“.

    Für die Lügner wird es somit immer schwieriger, ihr Lügengebäude konsistent zu halten.
    Einer der Tricks ist deswegen das „demagnetizing“.

    Ein anderer Trick ist das „truth derailing“ (habe ich von Dimitri Khasekov, „the third truth“):
    Man publiziert eine Story aus dreiviertel Wahrheit, die man nicht mehr verheimlichen kann, und einem Viertel gefakter Schlussfolgerung, um den Zugang zur ganzen Wahrheit abzulenken.
    Die 9/11-Szene ist eine ganze Entgleisungsorgie….

    vgl. hierzu auch
    Twenty-Five Ways To Suppress Truth – The Rules of Disinformation
    http://www.hasslberger.com/about/about/awa/awa_6.htm
    „22. Manufacture a new truth. Create your own expert(s), group(s), author(s), leader(s) or influence existing ones willing to forge new ground via scientific, investigative, or social research or testimony which concludes favourably. In this way, if you must actually address issues, you can do so authoritatively. “

    (natürlich sind auch die anderen 24 „Rules of Disinformation“ lesensert)

    @ Maria:
    Den Begriff des „Demagnetizing“ habe ich hier in Zusammenhang mit dem Breivik-Attentat gefunden:

    http://kopp-online.com/hintergruende/europa/gerhard-wisnewski/norwegen-attentate-anschlag-auf-die-konservative-revolution.html

    „Der angebliche Täter selbst ist deshalb nur eine propagandistische Figur, die aus der Sicht der herrschenden Political Correctness toxisches Gedankengut repräsentiert und es selbst durch ihre Taten stigmatisiert. Der Täter selbst verschafft der Political Correctness den größten Sieg, in dem er seine Kritik daran zur Kritik eines Massenmörders macht. Im Geheimdienstjargon nennt man das »Demagnetize«: Eine bestimmte Meinung oder Ideologie wird ihrer Anziehungskraft beraubt, indem man sie durch bestimmte Operationen »unmöglich macht«. Ab jetzt wartet man auf ein paar Dumme, die genau das sagen, was in dem angeblichen Breivik-Text steht, ohne sich gleichzeitig zu distanzieren. Nach dem Motto: »Mit deinen Argumenten wird geschossen.« Es ist unmöglich, dass der oder die offenbar sehr planungsbegabten Täter das nicht gesehen hat/haben.“

    Hat man das System mal verstanden, wird sehr vieles klar.
    U. a. auch das fiese Spiel mit der „Antisemitismus-Keule“.

    Ah, findet sich auch in der Liste der bekannten Desinformationstaktiken:

    5. Side-track opponents with name calling and ridicule. This is also known as the primary attack the messenger ploy, though other methods qualify as variants of that approach. Associate opponents with unpopular titles such as „kooks“, „right-wing“, „liberal“, „left-wing“, „terrorists“, „conspiracy buffs“, „radicals“, „militia“, „racists“, „religious fanatics“, „sexual deviates“, and so forth. This makes others shrink from support out of fear of gaining the same label, and you avoid dealing with issues

    Es ist so als würde man einen besoffenen Idioten auf die Straße schicken, der schreit
    „zwei plus zwei ist vier, zwei plus zwei ist vier “
    um damit die althergebrachte Arithmetik zu diffamieren.
    Und tatsächlich glauben doch dann 90 % der Schlafschafe, daß 2 + 2 = 5 ist, nur um nicht in die Nähe des besoffenen Idioten gestellt zu werden.
    Derart konditioniert, kann man den Leuten alles verkaufen: Euros, Riester-Renten, Rettungsschirme, ….

    • Das muss ich erst durcharbeiten, danke bisweilen, sagt Maria Lourdes und bedankt sich bei Dir Wolfgang.

    • Danke nochmal Wolfgang, sehr gut sagt Maria Lourdes –
      vor allem das Beispiel zum Schluss Deines Vortrages hat mich beeindruckt! — Weil es stimmt!

      Gruss Maria Lourdes

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