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Iran schießt US-Droh(n)e ab: Die Verlogenheit unserer Massenmedien.

5. Dezember 2011

Der Informationskonsument muss immer mehr Medienkompetenz an den Tag legen, um nicht selber zum politischen Instrument zu werden. Als ich die Meldung las, dass der Iran eine US-Drohne in seinem Flugraum abschloss, stellte ich mir sofort vor: Was würde passieren, wenn eine iranische Drohne in den US-Flugraum eindränge? Quelle: politikprofiler

Selbstverständlich würde dies als Angriff auf die westliche Welt dargestellt. Doch ich möchte noch einmal in Erinnerung rufen! … Es wurde keine iranische Drohne über den USA abgeschlossen, sondern es befand sich eine US-Drohne über dem Iran!
Deshalb ist es mir persönlich ein Rätsel, warum sich die deutschen Informationskonsumenten durch die Schlagzeile vom Iran angegriffen fühlen. Offensichtlich funktioniert die Objektivität in den meisten Hirnen der Zeitungs- und Nachrichtenkonsumenten in unserem Lande nicht mehr richtig. Sie haben keine eigene Meinung mehr, sondern lassen sich von BILD-Schlagzeilen durch das Leben tragen.

Ihnen fehlt das eigene selbstkritische Denken. Seit Jahren werden wir mit der angeblichen Information bombardiert, dass der Iran eine Atombombe bauen will. Dies sind keine Fakten, sondern lediglich Aussagen von Geheimdiensten, aus denen einfach Fakten gemacht werden.
Auf der anderen Seite ist zu überlegen, warum ist eine Atombombe im Iran so bedrohlich für uns? Im Grund ist sie nur eine Bedrohung, wenn der Westen beabsichtigt den Iran anzugreifen, weil er Angst hat, dass der Iran sein Öl in naher Zukunft an China verkaufen könnte und nicht mehr an den lieben, niedlichen Westen, der immer so gerecht zu allen war und ist.Der Kolonialist in unserem Hirn

Auf unser Konto gehen der jüngste Irakkrieg, der Libyenkrieg und der Afghanistankrieg und es ist nicht abzustreiten, dass es in jedem dieser Kriege nicht um Menschenrechte ging, sondern lediglich um den Zugriff auf Rohstoffe. Folglich könnte man zu dem Schluss kommen, dass sich der Iran bedroht fühlt, weil er nun mal über die Begehrlichkeiten verfügt, die der Westen so nötig braucht und nicht hat.

Auf der anderen Seite halte ich es persönlich für unangebracht, eine gesamte Bevölkerung mit einer Kollektivbestrafung, wie die nun ausgesprochenen Sanktionen zu belegen, nur weil die iranische Regierung ihr Rohöl selber in eigenen Raffinerien verarbeiten will. Was übrigens auch der verhasste Schah am Ende seine Regierungszeit machen wollte und plötzlich vom Westen als Menschenverächter beschimpft wurde, nach dem er jahrelang die Menschenrechtsverletzungen tolerierte.

Wir alle sollten diese Verlogenheit in der heutigen Berichterstattung einfach nicht mehr akzeptieren. Wir alle wollen keinen Krieg. Kein Öl auf dieser Welt ist es wert, noch mehr Blut zu vergießen. Es wird Zeit für ein Umdenken. Wir müssen endlich anfangen, alle Menschen auf dieser Erde als gleichwertige Menschen zu betrachten. Die Rentabilitätsrechnung und das hinterhältige Abwägen von diplomatischen Absprachen als Kuhhandel öffentlich anprangern.

Das Öl wird mit oder ohne Krieg so wie so teurer

Für uns kleine Menschen spielt es keine Rolle, ob nun ein Irankrieg geführt wird oder nicht. Die Preise an der Zapfsäule steigen trotzdem ständig und immer zu an. Diese Kriege werden ausschließlich und nur aus wirtschaftlichen Gründen, für Gewinne von wenigen globalen Marktteilnehmern geführt. Die Medien haben lediglich die Aufgabe, die öffentliche Meinung so zu drehen, damit die Firmen einen kostenlosen Krieg zu Lasten von Demokratien als Subventionierung ihrer Gewinne erhalten.

Wir dürfen uns nicht immer wegdrehen und uns der Wahrheit verweigern. Der Liter Benzin wird um keinen Cent günstiger, wenn wir übermorgen einem Krieg der NATO gegen den Iran zustimmen. Wir stimmen damit lediglich einem kollektiven Morden zu, das Maschinen für uns heute erledigen. Deswegen sind wir alle nicht weniger Schuld am Sterben von Menschen, die nur leben wollen wie wir auch.

Stellen wir uns vor, Deutschland wird bombardiert, nur weil es mit seinen Industrieprodukten die gesamte Welt überschwemmt und die anderen Länder deswegen keine Arbeitsplätze für ihre Bevölkerungen haben. Mit dieser Art von Einstellung machen wir die Welt, in der wir leben und die wir uns aufgebaut haben, nicht besser.

Erst wenn wir allen Menschen auf dieser Erde auf Augenhöhe begegnen, haben wir eine Chance auf Frieden. Augenhöhe bedeutet, die Rentabilität irgendwelcher internationalen Beziehungen  für die Wirtschaft zu ignorieren, denn schließlich geht es hier um Menschen und nicht immer nur um den Profit, dem man aus jedem Einzelnen von uns hofft, herauszuquetschen.

Der Zaun in unserem Kopf

Sind wir hier in Deutschland heute noch nicht an der Reihe, können wir übermorgen genau vor der Wahl stehen; unterwerfen wir uns den Marktgesetzen, zu unserm eignen Nachteil, damit wir nicht in einen Krieg verwickelt werden?

Ich gehe davon aus, dass es der größte Fehler der Menschheit war, Marktgesetze als Lebensgrundlage und Moral anzunehmen. Es wird Zeit, dass wir unser Zusammenleben und Basis für das Überleben, von der unsäglichen Wertschöpfung endlich abkoppeln. Es steht nirgends in die Natur eingemeißelt, dass nur wer Profit verspricht, ein Recht und Zugang zu Nahrungsmittel hat.

Die Menschheit braucht eine andere Basis für ihre Vernunft im Zusammenleben, als Marktpreise, Profit und Rentabilität. Das sind lediglich Erpressungsmittel, mit denen ganze Bevölkerungen eingeschüchtert werden. Es gibt und gab nie einen natürlichen Grund für Krieg. Jeder Diktator war lediglich die Antwort auf ein zuvor begangenes Unrecht der Wirtschaft an einem Volk. Er füllte die Machtlücke auf, die starke Industrie hinterlassen, wenn sie ein Land für Ungehorsam bestrafen wollen.

Es geht also nicht um die Frage: Wer ist schuldig, sondern um das WAS, was es überhaupt möglich macht, so zu herrschen, zu diktieren und manipulieren. Es sind die Zäune, die wir um uns selber herum errichten und uns ungerecht behandelt fühlen, wenn andere genau die gleichen Zäune um das errichten, von dem sie glauben es gehört ihnen, obwohl wir es auch brauchen.

Das ist der Grund für jeden Streit, für jede empfundene Ungerechtigkeit und für den scheinheiligen Willen zum Krieg; die Diktatoren, Wirtschaften, Regierungen und sonstige Machtorgane als unumgänglich darstellen. Also lasst uns – jeder für sich – seinen eigenen Zaun niederreißen – denn das ist Freiheit und bietet die Möglichkeit des Respektes vor dem Leben des anderen.

Wir befinden uns längst im 4. Weltkrieg. Der 3. Weltkrieg war der „kalte Krieg“. Europa ist leider immer noch der Auffassung, dass Weltkrieg immer auf seinem Boden stattfinden müssen. Das ist nun mal nicht die Realität. Die Welt befindet sich im Krieg in Afghanistan und war auch im Libyenkrieg. Noch schauen die großen Akteure China und Russland dem bunten Treiben der US-Europäer zu. Doch Stationierung von US-Truppen in Australien läuten längst eine Pazifischen Krieg ein.

Europa begreift die Weltkarte, wie sie täglich in der Tagesschau eingeblendet wird. Den Pazifik sehen sie nicht als Meer zwischen den USA und China, sondern lediglich als Ende der Welt – als Scheibe. Die USA rüsten längst für diesen 4. Weltkrieg auf, während sich der Europäer auf die Stellvertreter Kriege im Nahen-Osten konzentriert.

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5 Kommentare
  1. Wie „brainwashed“ unsere Leute sind, hat man ja schon bei den seit Jahren dauernden Drohnen-Einsätzen der USA über Pakistan bemerkt.

    Hat irgendwer aufgeschrien: „Hallo, die USA greifen Pakistan an!“ Nein, das ist ja alles Terrorbekämpfung, und dazu ist wohl jedes Mittel recht.

    Die meisten Fritzen da draussen vor dem Fernseher bewerten die Inhalt nur nach dem Gesicht, das der Reporter beim Vortragen aufsetzt. Bleibt der ruhig, ist das, worüber berichtet wird, wohl normal (zB der Angriff von pakistanischen Kuhdörfern von Afghanistan aus). Wird kritischer Ton verwendet, dann kann das so nicht in Ordnung sein (zB das iranische Atomprogramm).

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