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Das neue Afghanistan ist keinen Deut besser als das alte Afghanistan.

6. Dezember 2011

Scharia in Afghanistan: 350 Frauen und minderjährige Mädchen im Gefängnis wegen „moralischer Verbrechen“

Einige dieser Gefängnisse wurden mit internationalen Hilfsgeldern gebaut. Afghanistan hat kürzlich ein Vergewaltigungsopfer (Gulnaz) begnadigt, weil sie zustimmte den Mann zu heiraten, der sie vergewaltigt hatte. Doch weiterhin sind 350 Frauen wegen solcher „moralischen Verbrechen“ eingesperrt.

Quelle: jihadwatch.orggefunden bei ibtimes.com

Schön, dass ein Land wie Afghanistan einer Frau, die vergewaltigt wurde, und deshalb wegen „moralischen Verbrechen“ ins Gefängnis kam, vergeben kann.

Doch noch sind Hunderte von Frauen und minderjährige Mädchen hinter Gittern. Nach unserem Verständnis handelt es sich bei diesen Verbrechen um Verbrechen von anderen Leuten: Vergewaltigung, Zwangsheirat und häusliche Gewalt. In Afghanistan wird die Scharia betrieben, das bedeutet, dass in diesem Land oft nicht der Täter sondern das Opfer ins Gefängnis kommt.

Das neue Afghanistan ist keinen Deut besser als das alte Afghanistan. „10 Jahre nach dem Sturz der Taliban schmachten die Frauen weiterhin in den Gefängnissen“, schrieb Ben Farmer am 4. Dezember im Telegraph.

Der Daily Telegraph zeigt auf, dass die Hälfte der weiblichen Gefängnisinsassen (etwa 350) wegen „moralischen Verbrechen“ verurteilt wurden. Dabei scheut sich das Land nicht davor zurück auch minderjährige Mädchen einzusperren. Bei der Altersgruppe von 12 bis 18 sind 80 Prozent wegen diesen „moralischen Verbrechen“ verurteilt wurden. Ein afghanischer Richter sagte, dass 114 Mädchen im Gefängnis sitzen, weil sie entweder von zu Hause weggelaufen sind oder weil sie außerehelichen Geschlechtsverkehr hatten.

Die Situation wird sich voraussichtlich noch verschlimmern. Nach der jüngsten Entscheidung des Obersten Gerichtshofs sollen Frauen, die aus ihrem Haus fliehen und bei der Polizei oder bei Verwandten Schutz suchen, als Vorsichtsmaßnahme gegen unerlaubten Sex und Prostitution eingesperrt werden.

Westliche Ländern, darunter auch Deutschland, haben Millionen ausgegeben, um das afghanische Justizsystem aufzubauen. Dazu wurden neue Gefängnisse mit westlichen Hilfsgeldern gebaut.

Nach 10 Jahren geht die afghanische Justiz mit Frauen nach wie vor so um, wie eh und je. Human Rights Watch, interviewte mehr als 50 weibliche Gefangene. Diese Frauen versuchten vor arrangierten Ehen, häuslicher Gewalt und Ehemänner, die sie zur Prostitution zwangen, zu fliehen. Als Resultat ihrer Flucht wurden sie dann auch noch strafrechtlich verfolgt. Heather Barr, Organisatorin des Berichts der HRW sagte: „Es ist verheerend, dass diese Fälle nicht nur weiterhin existieren, sondern auch noch zunehmen, nachdem vor 10 Jahren ein Neuanfang für afghanische Frauen hätte stattfinden sollen… Diese Fälle werfen die Frage auf, ob es für afghanische Frauen wirklich Fortschritte gegeben hat und welche Zukunft Frauen haben, wenn die internationale Gemeinschaft dieses Land verlassen wird.“

Viele der Frauen sagten, sie seien dennoch froh im Gefängnis zu sein, weil sie dadurch vorübergehend von rachsüchtigen Ehemännern und Verwandten geschützt werden. Ehrenmorde sind auch in Afghanistan an der Tagesordnung.

Islam und Scharia

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